Zweiter Advent - 6. Dezember 2020


Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr.


Trotz der weiter angespannten Lage wegen der Corona-Pandemie feiern wir Gottesdienste.

Dafür gibt es jedoch große Auflagen, wie das dauerhafte Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, Sicherheitsabstand, Anmeldung usw.

Die Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus besteht auch in den Gottesdiensten und Kirchen.


Wenn Menschen daher enstscheiden, nicht zum Gottesdienst zu kommen, haben wir da volles Verständnis.

Wir werden darum auch weiterhin einen Gottesdienst für Familien, die Lesungstexte, Fürbitten und einen Impuls zum Sonntag hier anbieten. Der dient dem persönlichen Gebet. Sie finden die Texte hinter dem jeweiligen "Reiter". 

All das dient der Anregung. Fühlen Sie sich aber bitte frei, den Gottesdienst ganz nach ihren eigenen Bedürfnissen anzupassen, indem Sie zum Beispiel andere Lieder oder ihre „Lieblingsgebete“ verwenden. Hilfreich dabei ist es auch, eine Gebetsatmosphäre zu schaffen. Eine Ikone (oder Kreuz), eine Kerze, ein Blumengesteck können dabei hilfreich sein.


 
1. Lesung
2. Lesung
Evangelium
Gedanken zum Sonntag
Fürbitten
Gebete
Segen

Lesung - Apg 6,8-10; 7,54-60

Aus der Apostelgeschichte:

In jenen Tagen
tat Stephanus aber,
voll Gnade und Kraft,
Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner
und Kyrenäer und Alexandriner
und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien
erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach,
nicht widerstehen.


Als sie seine Rede hörten,
waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört
und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist,
blickte zum Himmel empor,
sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief:
Siehe, ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.


Da erhoben sie ein lautes Geschrei,
hielten sich die Ohren zu,
stürmten einmütig auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.
Die Zeugen legten ihre Kleider
zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus;
er aber betete
und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut:
Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!


Nach diesen Worten starb er.

Am Fest des Hl. Stephanus wird nur eine Lesung vorgetragen.

Evangelium - Mt 10,17-22

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener zeit sprach jesus zu seinen Jüngern:
Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht!
Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern
und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen
vor Statthalter und Könige geführt werden,
ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern,
macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt;
denn es wird euch in jener Stunde eingegeben,
was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden,
sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern
und der Vater das Kind
und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen
und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden;
wer aber bis zum Ende standhaft bleibt,
der wird gerettet.

Es ist eine dramatische Szene, die wir heute in der Lesung hören.

Stephanus tritt auf – und er erregt Widerspruch.


Das, was er sagt, kommt nicht gut an, bei denen, die das religiöse Sagen haben. Sie hören ihn und empören sich. Sie regen sich auf, so sehr, dass sie ihn töten werden.

Für Stephanus haben seine Worte, sein Reden, sein Tun dramatische Folgen. Er wird ausgestoßen, hinausgestoßen, er bezahlt mit dem Leben.


Wer in der Nachfolge Jesu steht, wer den Glauben lebt, der muss mit Konsequenzen rechnen. Mit Empörung, mit Auslachen und Ausschluss, mit Aufregung. Mit bleibenden Folgen.


Und dann ist da noch ein Mensch in der Dramatik. Erst am Ende taucht er auf. Ein junger Mann. Unerfahren, aber schon mächtig. Saulus.

Zu seinen Füßen werden die Kleider des Stephanus gelegt. Seltsam. Die Kleider dessen, der gerade getötet wurde.

Und doch sinnbildlich.


Später zieht Saulus sinnbildlich die Kleidung des Stephanus an.


Er bekehrt sich, der mächtige Saulus erkennt, dass es einen gibt, der mächtiger ist. Er wird zum Paulus.

Er wird selbst ein Mensch, der in der Nachfolge Jesu steht, der später genau das erfährt, was Stephanus erfahren hat. Andere begegnen ihm mit Empörung, regen sich über ihn auf, lachen ihn aus, schließen ihn aus… Und dennoch ist er es, der das Christentum in viele Städte und Dörfer bringt.


Vielleicht werden uns heute die Kleider des Stephanus vor die Füße gelegt. Vielleicht wird es wieder wichtiger, konsequent als Christ zu leben, auch wenn dies dann Empörung, Lachen, Ausgrenzung durch andere auslöst.

Es liegt an uns, die Kleider des Stephanus aufzunehmen, anzuziehen.


Paulus und Stephanus, sie sind einem nachgefolgt, der sich selbst klein machte, um zu uns zu kommen.


Peter Göb

 

Jesus als unseren Retter und Erlöser anzuerkennen, hat Folgen für unser Leben. Wie der heilige Stephanus sind wir aufgerufen, uns an Jesus und seinem Leben zu orientieren. Um seinen Beistand dazu lasst uns bitten:


Wir beten für alle, die wegen ihres Bekenntnisses zu Gott oder wegen der Ausübung ihrer Religion verfolgt, verspottet oder benachteiligt werden. –
Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.


Wir beten für alle Christen, dass es ihnen möglich ist, zu ihrem Glauben zu stehen und ihn zu bekennen, auch wenn ihnen dadurch Nachteile entstehen.


Wir beten für uns, dass wir in unseren Gesprächen und im Alltag davon zu sprechen, was unseren persönlichen Glauben ausmacht und wie wir ihn zu leben versuchen.


Wir beten für die Kirche in ihrer Situation, in der Zerrissenheit, die teilweise zu spüren ist. Wir beten, dass - bei allen Änderungen - die Kraft des Evangeliums durch das christliche Leben in den Gemeinden vor Ort erhalten bleibt.


Wir beten für alle, die durch die Pandemie und ihre Folgen im privaten und öffentlichen Bereich große Einschränkungen erfahren und darin existenziell zu scheitern drohen.


Wir beten für uns, dass wir gerade mit den Ärmsten und den an den Rand Gedrängten unsere Güter und unser Leben zum Wohl aller teilen.


Wir beten für unsere Verstorbenen.


Mit dem heiligen Stephanus, der vom Geist erfüllt, die Herrlichkeit Gottes und dich, Jesus, zu seiner Rechten stehend gesehen hat, preisen wir dich.

Wirke du in und durch uns hinein in unsere Welt – heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.

Tagesgebet aus dem Messbuch


Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gebet


Gott und Vater,
das Leben deines Sohnes
hatte Momente von Freude und von Schmerz,
von Einsamkeit und Gemeinschaft.
Lass uns deine Gemeinschaft spüren
und rühre uns an in unserer Einsamkeit,
damit wir den Menschen sagen können:
Gott ist mit uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

 

Stephanus schaute Gott in seinem Sterben.
Gott schenke euch seine Nähe und seinen Segen. - Amen.
Christus wurde das Geschenk für die Menschen in allen Zeiten seines Lebens.
Er beschenke euch mit seiner Kraft und seinem Segen. - Amen.
Gottes Geist gibt den Verfolgten die Worte ein, die sie brauchen.
Er beschenke durch euer Wort unsere Welt und gebe euch seinen Segen. - Amen.

Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
erfülle euch an diesem Tag. - Amen.