Auf dieser Seite finden Sie Gedanken zum Sonntag oder eine ausformulierte Predigt sowie ein Segensgebet.

Die Predigten hier können in Form und Inhalt von den Predigten im Gottesdienst abweichen.


Am ersten Sonntag im Monat findet um 9 Uhr in Borken und am dritten Sonntag im Monat um 11 Uhr in Homberg ein Kindergottesdienst statt.


Die Lesungstexte der Sonn- und Wochentage finden Sie unter:

3. Sonntag im Jahreskreis

25.01.2026

Gedanken zum Sonntag
Segen

Im Evangelium werden viele Orte und Gegenden genannt.

Galiläa, Nazareth, Kafarnaum, Sebulon, Naftali,

die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan,

der See von Galiläa, das ist der See Genezareth.

In dieses Gebiet und diese Ort geht Jesus zu Beginn seines öffentlichen Wirkens, wie es im Matthäusevangelium beschrieben ist.


Diese Orte sind keine vornehme Gegend.

Das Siedlungsgebiet der Stämme Sebulon und Naftali liegt im späteren Galiläa. Die Städten wurde von den Assyrern immer wieder überfallen und beinahe ausgelöscht;

Das führt bei der Bevölkerung zu Hoffnungslosigkeit,
zu Frust, zu Dunkelheit. 


Diese Orte hatten keine guten Ruf.

Jesus geht bewusst in diese Gegend.

Er lebt und wirkt in den Ortschaften, die wenig anerkannt sind (Sebulon und Naftali).


Er geht nicht nach Jerusalem zu den Schlauen, den Mächtigen. Er geht nicht zu den Schriftgelehrten, Tempeldienern, Pharisäern.

Er geht nicht in die Hauptstadt, nicht zu den Vornehmen, sondern zu den einfachen.

Er geht zu den Menschen, die ihr Leben als Dunkel erfahren, die im „Dunkel wohnen“, bei denen im Leben nicht alles glatt läuft und glänzend ist.


Er geht zu den Menschen, die nicht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen.

Dort predigt Jesus zuerst. Diesen Menschen gilt als erstes seine Botschaft.

Vielleicht deshalb, weil sie besonders offen waren, weil sie in besonderer Erwartung auf Erlösung, auf Heil und den Messias waren.

Nicht den Satten, sondern den Hungernden gilt seine erste Botschaft.

Er kündet eine Heilszeit an: Das Reich Gottes ist nahe.

Die Menschen dort sind offen für die Botschaft Jesu.

Sie sind offen für seinen Ruf zur Umkehr.

Umkehr heißt immer: Hinwendung zu Gott.

Umkehr ist etwas Positives, weil ich mich zu einem besseren hinwenden, hinkehren, kann und darf.

Umkehr will mein Leben in eine bessere Richtung lenken.


Jesus belässt es aber nicht bei Worten und Aufrufen.

Er beruft seine ersten Jünger.

Er beruft die ersten Jünger von ihrem Tun,
aus ihrem Alltag.

Er sieht sie und spricht sie an.

Er lädt sie ein, ihm zu folgen.


Sie wenden sich ihm zu, sie kehren in gewisser Weise um – und folgen ihm.

Ich vermute, Petrus, Andreas, Johannes und Jakobus wussten nicht, worauf sie sich da eingelassen haben. Sie wussten nicht, was sie in den kommenden Jahren erwartet: an Erlebnissen, an Begegnungen, an Freuden, an Herausforderungen. 


Und an Anfechtungen.

Denn Nachfolge schließt Anfechtung nicht aus.

Die Jünger fragen sich im Laufe der Zeit, ob sie gehen sollen und Jesus verlassen sollen.

Petrus wird als erster berufen, später wird Petrus Jesus verleugnen. Er wird vor dem Kreuz fliehen.

Glaube schützt vor vielem nicht, aber ihm wohnt eine Kraft inne: die Kraft des Aufbruchs.


Der Glaube bietet die Möglichkeit der Versöhnung und die Chance des Neuanfangs.

In gewisser Weise ist der Glaube ein ständiger Weg der Umkehr, der Neuausrichtung auf Jesus Christus hin.

Glaube und Nachfolge sind geprägt von einer dauernden Neuausrichtung, nicht nur einmal und dann ist es gut, sondern immer wieder.


Jesus beruft Fischer. Warum beruft er nicht die Schriftgelehrten?

Für das Christ-Sein und Zeuge-Sein ist weder der Grad der formalen Bildung ausschlaggebend noch der soziale Status, noch der Besitz, sondern einzig und allein die innere Entschiedenheit und die Bereitschaft, sich dem Herrn ganz anzuvertrauen (1Kor 1,26f.).


Die Aufforderung, Jesus zu folgen, ist mit einer Verheißung verbunden: Jesus wird sie zu Menschenfischern machen. Jesus verheißt, dass die Jünger damals und wir heute zu Menschenfischern zu werden.

Das hört sich negativ an. Fischen heißt für uns: Den Fisch fangen, im Netz zappeln und schließlich töten.

Fischen im Sinne Jesu und seiner Jünger heißt: „vor dem Verderben retten, für den wahren Glauben gewinnen“.


Wer Jesus nachfolgt, der wird gerettet,

der kann den Glauben gewinnen.

Und wer anderen vom Glauben erzählt, der kann ihnen eine Perspektive eröffnen.

„Menschen vor dem Verderben retten“ – Menschen helfen, in ihrem Leben eine neue, gute Perspektive zu entwickeln.


Jesus beruft Fischer

Fischer sind - beruflich bedingt – flexible Menschen.


Ein Fischer an der Atlantikküste im Nordosten Brasiliens stellt beim Bibelgespräch die Frage: „Warum berief Jesus Fischer wie Petrus zu seinen Aposteln?“
Darauf antwortet ein anderer Fischer: „Wer sich zu Lande bewegt, baut Straßen aus Beton und Asphalt. Und er wird immer wieder diesen Weg benutzen.
Ein Fischer aber sucht die Fische dort, wo sie sind. Deshalb sucht er jeden Tag einen neuen Weg, um die Fische ausfindig zu machen.
Es kann sein, dass der Weg von gestern nicht zu den Fischen von heute führt.“

Heute sind wir berufen.


Und wir dürfen von der Botschaft Jesu erzählen.

Dabei brauchte es diese Haltung, immer wieder neue Wege zu entdecken und zu gehen.

Diese Haltung steht uns auch heute gut.

Wir müssen bereit sein, jeden Tag einen neuen Weg zu den Menschen zu suchen, denn es kann gut sein, dass die Wege von gestern uns längst nicht mehr zu den Menschen von heute führen.

Jesus geht an die Orte, die verrufen sind.


Er geht in die Städte, die keinen guten Ruf haben.

Er beruft sog. einfache Menschen.

Er beruft uns in dieser Zeit.

Und so will Jesus Christus in deinem Leben ein Licht sein.

Er will dir in deinen Anfechtungen beistehen.

Er will dir in deinen Dunkelheiten leuchten.

So wie er Licht für die Menschen in Sebulon und Naftali war. So wie er vielen Menschen Licht wahr, ihnen Orientierung gab, ihnen Mut machte und ihrem Leben eine neue Richtung gab.


Jesus beruft dich.

Er will bei dir ankommen.

Er ruft dich in seine Nachfolge, wie immer sie aussieht.



Peter Göb


Gottes guter Geist segne uns -

- dass uns in der Dunkelheit Gottes Licht auf strahle,

- dass in der Zerrissenheit Gottes Gegenwart uns aufrichte,

- dass uns in der Trauer Gottes Freude erfülle,

- dass uns in der Enge Gottes Weite öffne,

- dass uns in der Machtgier und der Gewalt Gottes Friede umhülle,

- das uns in der Lebensangst Gottes Zukunft befreie -

und so schenke Gott uns seinen Segen: