Heilig Abend - 24. Dezember


Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr.


Trotz der weiter angespannten Lage wegen der Corona-Pandemie feiern wir Gottesdienste.

Dafür gibt es jedoch große Auflagen, wie das dauerhafte Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, Sicherheitsabstand, Anmeldung usw.

Die Gefahr einer Infektion mit dem Corona-Virus besteht auch in den Gottesdiensten und Kirchen.


Wenn Menschen daher enstscheiden, nicht zum Gottesdienst zu kommen, haben wir da volles Verständnis.

Wir werden darum auch weiterhin einen Gottesdienst für Familien, die Lesungstexte, Fürbitten und einen Impuls zum Sonntag hier anbieten. Der dient dem persönlichen Gebet. Sie finden die Texte hinter dem jeweiligen "Reiter". 

All das dient der Anregung. Fühlen Sie sich aber bitte frei, den Gottesdienst ganz nach ihren eigenen Bedürfnissen anzupassen, indem Sie zum Beispiel andere Lieder oder ihre „Lieblingsgebete“ verwenden. Hilfreich dabei ist es auch, eine Gebetsatmosphäre zu schaffen. Eine Ikone (oder Kreuz), eine Kerze, ein Blumengesteck können dabei hilfreich sein.


 
Für Kinder und Familien
1. Lesung
2. Lesung
Evangelium
Gedanken zum Heiligen Abend
Fürbitten
Gebete
Segen

Familienandacht zu Heiligabend


Kreuzzeichen: Wir beginnen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die 4 Kerzen vom Adventkranz werden entzündet

Gebet: Wir haben uns an diesem besonderen Tag versammelt. Wir haben lange gewartet und feiern heute die Geburt Jesu. Gott will uns durch seinen Sohn ganz nahe sein.

Lied:

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die vierte Kerze brennt.
Gott selber wird kommen, er zögert nicht.
Auf, auf ihr Herzen, werdet licht.
Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.

Hinführung zum Evangelium:
(Elternteil betet vor)
Vor…. (und)…. (Alter der Kinder) Jahren haben wir darauf gewartet, dass ihr geboren werdet. Heute warten wir auf die Geburt von Jesus. Vor über 2000 Jahren haben viele Menschen darauf gewartet, dass der Retter geboren wird, wie e der Prophet Jesaja angekündigt hat.
Die Erwartung hat sich erfüllt, vor etwa 2000 Jahren, als Jesus in Bethlehem im Stall geboren wurde. Heute feiern wir das an unserem Weihnachtsbaum und an der Krippe.

Lichter am Weihnachtsbaum entzünden.

Wie es durch die Lichter am Weihnachtsbaum hell geworden ist in unserem Zimmer, vertreibt Jesus durch seine Geburt die Dunkelheit in der Welt. Wir wollen jetzt die Geschichte von seiner Geburt hören, wie sie der Evangelist Lukas aufgeschrieben hat.

Evangelium: Lukas 2, 1 - 14
© www.evangelium‐in‐leichter‐sprache.de


Lied: O du fröhliche Gotteslob Nr. 238

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen.
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!


Fürbitten:
Als kleines Kind ist Jesus in die Welt gekommen und hat uns Licht gebracht. Zu Ihm wollen wir beten:

· Für alle, die im Dunkeln leben. Für alle, die traurig und einsam sind.
Jesus, sei Du ihnen Licht.

· Für alle, die krank sind. Für alle, die sich um die Kranken sorgen.
Jesus, sei Du ihnen Licht.

· Für alle, die heute arbeiten . Für alle, die keine Arbeit haben.
Jesus, sei Du ihnen Licht.

· Für alle, die Krieg oder Katastrophen erleben. Für alle, die auf der Flucht sind.
Jesus, sei Du ihnen Licht.

· Für unsere Verstorbenen. Schenke ihnen Freude bei Dir.
Jesus, sei Du ihnen Licht.

Guter Gott, sei Du ihnen Hoffnung und Freude. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

Mit allen, die wir hier beisammen sind und für alle, mit denen wir uns verbunden fühlen, beten wir gemeinsam das Vater unser.


Segensbittgebet:
Guter Gott, du hast uns deinen Sohn geschenkt, weil du uns liebst! Jesus ist dein Geschenk an uns. Dafür danken wir dir. Sei uns nahe an diesem besonderen Abend. Sei bei uns, wenn wir uns jetzt gegenseitig unsere Gaben und Zeichen der Liebe schenken. Sei bei uns, wenn wir nachher gemeinsam essen. Und so segne uns und alle Menschen: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


Lied: Stille Nacht, heilige Nacht Gotteslob Nr. 249

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh!


Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
durch der Engel Halleluja
tönt es laut von fern und nah;
Christ der Retter ist da!
Christ der Retter ist da!


Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
lieb aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ in deiner Geburt!


 

1. Lesung - Jes 9,1-6

Lesung aus dem Buch Jesaja.

Das Volk, das in der Finsternis ging,
sah ein helles Licht;
über denen, die im Land des Todesschattens wohnten,
strahlte ein Licht auf.
Du mehrtest die Nation,
schenktest ihr große Freude.
Man freute sich vor deinem Angesicht,
wie man sich freut bei der Ernte,
wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.

Denn sein drückendes Joch
und den Stab auf seiner Schulter,
den Stock seines Antreibers zerbrachst du
wie am Tag von Midian.
Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft,
jeder Mantel, im Blut gewälzt, wird verbrannt,
wird ein Fraß des Feuers.
Denn ein Kind wurde uns geboren,
ein Sohn wurde uns geschenkt.
Die Herrschaft wurde auf seine Schulter gelegt.
Man rief seinen Namen aus:
Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott,
Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.


Die große Herrschaft
und der Frieden sind ohne Ende
auf dem Thron Davids und in seinem Königreich,
es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit,
von jetzt an bis in Ewigkeit.


Der Eifer des HERRN der Heerscharen
wird das vollbringen.

2. Lesung - Tit 2,11-14

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an Titus.

Denn die Gnade Gottes ist erschienen,
um alle Menschen zu retten.
Sie erzieht uns dazu,
uns von der Gottlosigkeit
und den irdischen Begierden loszusagen
und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben,
während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten:
auf das Erscheinen der Herrlichkeit
unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus.
Er hat sich für uns hingegeben,
damit er uns von aller Ungerechtigkeit erlöse
und für sich ein auserlesenes Volk schaffe,
das voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

Evangelium - Lk 2,1-14

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

Es geschah aber in jenen Tagen,
dass Kaiser Augustus den Befehl erließ,
den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen.
Diese Aufzeichnung war die erste;
damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef
von der Stadt Nazaret in Galiläa
hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt;
denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
Er wollte sich eintragen lassen
mit Maria, seiner Verlobten,
die ein Kind erwartete.


Es geschah, als sie dort waren,
da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte,
und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen.
Sie wickelte ihn in Windeln
und legte ihn in eine Krippe,
weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld
und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen
und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie
und sie fürchteten sich sehr.


Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht,
denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude,
die dem ganzen Volk zuteilwerden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren;
er ist der Christus, der Herr.
Und das soll euch als Zeichen dienen:
Ihr werdet ein Kind finden,
das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.


Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer,
das Gott lobte
und sprach:
Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
den Menschen seines Wohlgefallens.

Es ist eine besondere Nacht.

Eine Nacht der Sehnsucht. Nach Licht. Nach Normalität, doch ist Normalität immer eine Definitionssache. Oft legt die Mehrheit fest, was als „normal“ zu gelten hat.


Ein Blick ins Evangelium zeigt, dass die äußeren Umstände alles andere als gut sind. Volkszählung ist angesagt, Trubel. Maria und Josef sind, wie viele andere, unterwegs. Sie suchen eine Bleibe, finden keine. Im Stall schließlich oder in einer Höhle finden sie Unterschlupf.


Spannungsreich und spannend zugleich war es für die Hirten und Hirtinnen auf den Feldern. Sie erreicht eine Botschaft, sie machen sich auf den Weg, sie begegnen Gott.

Dort ist kein Fest, kein Baum, keine Geschenke. Sich lassen sich einfach ansprechen, sie machen sich auf und kommen zur Krippe.


Heute ist eine besondere Nacht – Wir feiern die Geburt eines Kindes.

Von einem Kind geht die Botschaft des Lebens aus und darum sind Kinder zu schützen. Sie sind – entsprechend einer UN-Kinderkonvention – als eigenständige Personen zu sehen.

Sie sind einzubeziehen bei Entscheidungen, d.h. sie sind zu beteiligen. Kinder haben Rechte, ob diese demnächst im Grundgesetz stehen werden oder nicht. Kinder haben das Recht auf Leben.


Wenn die Berichte stimmen, dass Kinder in den Lagern auf Griechenland in diesen Tagen von Ratten gebissen werden, dann ist das eine Schande für die Verantwortlichen. Und ein Stück weit auch für uns.


Und so lenkt Weihnachten den Blick auf die Kinder.

Es ist eine besondere Nacht. Heilige Nacht ist wahrlich eine andere
– Fragen haben sich gestellt und stellen sich:

Feiern wir oder feiern wir nicht?

Gehen wir oder gehen wir nicht?

Wen besuchen wir und wen nicht?

Gefühle der Spannung, vielleicht sogar der Zerrissenheit.


In diese Spannung und Zerrissenheit kommt Gott, wird Mensch, ein Kind in der Krippe.

Weihnachten eröffnet eine neue Dimension.

Viele haben etwas mehr Zeit und weniger Trubel. Vielleicht ist das die Gelegenheit, sich einfach, still und ohne Ablenkung vor die Krippe zu setzen, den Gedanken nachzugehen. Einfach da zu sein.

Vielleicht finden sie Zeit, über die Begegnungen, die wir haben können und die uns in diesen Tagen verwehrt bleiben, nachzudenken.


Möglicherweise sind wir dankbar für die Menschen, die uns fehlen. Und wir dürfen an die denken, die Weihnachten arbeiten, sich die Beine in den Bauch stehen, die nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.


Die Geburt des Kindes fasziniert – damals, wie heute. Und ein neugeborenes Kind zieht die Menschen an. Damals wie heute. Die Hirten eilen, später kommen die Weisen, Magier, Sterndeuter.

Es sind auf jeden Fall suchende Menschen, beide Gruppen. Die Hirten und die Sterndeuter. Es sind Menschen voller Sehnsucht auf ein anderes, besseres Leben. Heute stehen wir an der Krippe, in dieser Heiligen Nacht.


Wir sind hier – und wir dürfen hier sein mit unseren Sehnsüchten

Mit meiner Nacht,

mit meinen Ängsten.

Mit dem Wunsch auf besseres Leben.

Und wir dürfen diese Sehnsüchte dem Kind geben. Vor die Krippe bringen, die hier in der Kirche aufgebaut ist.

Zeit der Stille, jetzt und zuhause, oder in der offenen Kirche in diesen Tagen.


Peter Göb

 

Heute ist uns der Heiland geboren, Christus der Herr.

Zu ihm, der ins Leben kommt und uns zum Leben führen will, beten wir in dieser Nacht/an diesem Tag:


  • Für alle, die sich für das Leben einsetzen.


  • Für alle, die in ihrem Leben Grenzerfahrungen machen.


  • Für alle, die in diesen Tagen bewusst den Gottesdienst zu Hause feiern.


  • Für alle, die auf der Flucht sind.


  • Für alle, die Weihnachten einsam sind.


  • Für alle, die nervlich am Ende sind.


  • Für alle Kranken.


  • In unseren persönlichen Bitten und Anliegen.


  • Für alle Toten.

Darum bitten wir, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Tagesgebet aus dem Messbuch


Herr, unser Gott,
in dieser hochheiligen Nacht
ist uns das wahre Licht aufgestrahlt.
Laß uns dieses Geheimnis
im Glauben erfassen und bewahren,
bis wir im Himmel
den unverhüllten Glanz deiner Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gebet


Großer Gott,
wir feiern Weihnachten und bekennen,
daß dein Sohn für uns Mensch geworden ist.
Jesus, der Herr, ist unser Bruder und unser Retter.
In der Freude dieses Tages bitten wir dich:
hilf uns wie die Hirten Boten deiner Güte und Menschenliebe zu sein.
Durch Christus, unseren Herrn.

 

Segen

Gott komme zu euch mit seinem Wort,
damit es in euch Weihnachten wird
und ihr euch freuen könnt.


Gott segne euch mit seinem Wort,
damit ihr den Frieden finden,
auf den ihr warten.


Gott behüte euch durch sein Wort,
damit ihr voll Hoffnung und Vertrauen lebt,
die ihr mit anderen teilen könnt.


Gott bewahre euch in seinem Wort,
damit ihr zu Boten des Freude werdet,
auf die unsere Welt hofft.


So segne euch der dreieinige Gott:
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.