Pfingstsonntag - 23.05.



Familienandacht
1. Lesung
2. Lesung
Evangelium
Fürbitten
Gedanken zum Sonntag
Gebete
Segen

Familienandacht zu Pfingsten

Kerze entzünden


Kreuzzeichen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Lied: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.


Gebet:
Guter Gott, wir haben uns heute zu einem besonderen Fest versammelt. Es ist Sonntag, das ist schon ein Grund zu feiern. Heute ist auch Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes. Und heute feiern wir Geburtstag. Die Kirche hat an Pfingsten Geburtstag.


Hinführendes zum Verständnis des Evangeliums:

Wir feiern Pfingsten. Jesus schickt seinen Freunden den Heiligen Geist als Beistand. Damit hat Jesus nicht nur seine Zusage gehalten. Dieses Ereignis gilt als die Gründung der Kirche. Dieses doppelte Fest wollen wir heute gemeinsam feiern.

Evangelium:
Johannes 20,19 -23

https://www.evangelium-in-leichter-sprache.de/

Impuls:
Die Zeit von Ostern bis einschließlich Pfingsten ist sehr besonders. Vielleicht fällt es uns leichter das zu verstehen, wenn wir das Bild vom Löwenzahn dazu nutzen.
Der Löwenzahn ist überall zu sehen, in Wiesen, in kleinen Fugen am Weg, in Beeten.
Die Blüte ist rund und gelb, sie leuchtet wie die Ostersonne. Die Freunde und Freundinnen von Jesus haben ihn nach Ostern, nach seiner Auferstehung immer wieder gesehen und erlebt.
Am Donnerstag haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert. Wir haben gefeiert, dass Jesus zu seinem Vater in den Himmel gegangen ist. Und dass er einen Beistand versprochen hat. Nach seinen Worten und dem Segen schickt er seine Freunde nach Jerusalem. Dort sind sie 10 Tage zusammen. Sie ziehen sich in ein Haus zurück und beten um den versprochenen Beistand.
So ist es auch mit dem Löwenzahn. Nach der gelben runden Blüte zieht sich die Blüte in ihr „Blätterhaus“ zurück und wartet. Auf wundersame Weise, ohne dass jemand das mitbekommen hat, öffnet der Löwenzahn sein „Blätterhaus“ und die Blüte ist zu einem weichen weißen Ball, zu einer Pusteblume geworden. Wenn dann der Wind darüberstreicht, fliegen die Schirme mit den Samen hinaus in alle Welt.
So haben auch die Jüngerinnen und Jünger durch den Heiligen Geist plötzlich genug Mut und Kraft bekommen. Sie gehen in die Welt hinaus und erzählen allen Menschen von Jesus und von Gott. Das war die Geburtsstunde der Kirche.

Aktion:
Die Freunde Jesu bemerken an sich eine Veränderung. Diese Veränderung hat der Heilige Geist bewirkt. Es gibt ein Lied, welches das im Kehrvers gut beschreibt.
„Am hellen Tag kam Jesu Geist, alle wissen jetzt, was Freude heißt.
Es gibt noch mehr, was uns Gottes Geist zusprechen kann. Was traust du Jesu Geist zu, welche Strophen fallen euch noch ein?
Am hellen Tag…..alle wissen jetzt was Mut heißt
Am hellen Tag…..alle wissen jetzt was
Hoffnung heißt
Am hellen Tag…..alle wissen jetzt was Geduldig sein heißt

Fürbitten:
Guter Gott, du begleitest uns und bist für uns da.

Wir bitten für alle Menschen, die in die Welt gehen und von dir erzählen.
Herr, begleite uns.

Wir bitten für alle Menschen, die sich nicht aus ihrem engen Haus heraus trauen.
Herr, begleite uns.

Wir bitten für alle Menschen, die keinen sicheren Ort haben, an den sie sich zurückziehen können.
Herr, begleite uns.

Wir bitten für alle Menschen, die krank, traurig oder einsam sind.

Herr, begleite uns.

Wir bitten für alle Verstorbenen, die einen neuen Ort bei dir haben.
Herr, begleite uns

Lied: Atme in uns Heilige Geist Gotteslob Nr. 346
https://www.youtube.com/watch?v=4lun4XoZIfg


Segensbittgebet:

Haltet einander fest.
Löscht den Geist nicht aus.
Macht einander nicht klein.

Denk nach. Tu Gutes.
Hab lieb.

Gespenster gibt es nicht.
Freunde aber gibt es.
Ich bin bei dir, sagt er,
ich bin bei dir,
mit meinem Geist.
( Huub Oosterhuis)

Das gewähre uns der dreieinige Gott,
+ der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.



Impuls für die Woche:
Schau mal, ob in deiner näheren Umgebung eine Löwenzahnpflanze wächst. Wenn sie noch blühen sollten, kannst du in der nächsten Zeit die Verwandlung sicherlich beobachten.

Ein Löwenzahnblüte und eine Pusteblume können leicht dargestellt werden.
Benötigt wird dafür eine Papphülse von Toilettenpapier oder Küchenrolle. An einem Rand wird eng nebeneinander etwa 3 – 5 cm tief eingeschnitten. Die so entstandenen Streifen nach außen knicken. Die Pappstreifen in gelbe oder weiße Farbe setzen und dann auf ein Papier stempeln. Wenn eine Rolle Einschnitte von 3 cm und die andere Rolle 5 cm bekommt, wirkt die Blüte gefüllt.

Oder es lässt sich direkt mit der Löwenzahnblüte malen.

https://www.wohn-projekt.com/2014/04/kind-of-art-malen-mit-lowenzahn.html



Liebe Familien, liebe Kinder,

diesen Impuls haben wir für Euch/ für Sie vorbereitet. Es ist eine Anregung und kann natürlich verändert und angepasst werden. Wir grüßen Sie und Euch ganz herzlich.

Wir, das sind in dieser Woche

Cordula Maschita-Brietzke, Beate Lippert, Mirjam Schmitt und Heike Weihrauch.

 

1. Lesung - Apg 2,1-11


Lukas, der Verfasser der Apostelgeschichte, schildert den Geistempfang an Pfingsten als Hör- und Seherfahrung, die Wirkung zeigt. Menschen werden vom Geist hinausgeführt zu anderen, sie werden im Gebet verbunden und verstehen einander. Am Pfingstfest hat man im Judentum des Bundes am Sinai gedacht. Mit den gleichen Phänomenen Sturm und Feuer wie am Gottesberg verbindet sich Gott neu mit seinem Volk, nun in der Gemeinschaft mit Jesus, dem Auferstandenen.
© Katholische Bibelwerke Deutschland, Östereich, Schweiz.


Lesung aus der Apostelgeschichte.

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war,
waren alle zusammen am selben Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen,
wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt,
und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer,
die sich verteilten;
auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt
und begannen, in anderen Sprachen zu reden,
wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden,
fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
Als sich das Getöse erhob,
strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt;
denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
Sie waren fassungslos vor Staunen
und sagten:
Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
Parther, Meder und Elamiter,
Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien,
von Pontus und der Provinz Asien,
von Phrygien und Pamphylien,
von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin,
auch die Römer, die sich hier aufhalten,
Juden und Proselyten,
Kreter und Araber -
wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

2. Lesung - Gal 5,16-25


Um das Jahr 55 nach Christus schreibt Paulus seinen Brief an die Galater. Eines der großen Themen des Briefes ist die neue Lebensweise der Christen im Geist, die ihr ethisches Ver-halten bestimmt. Es geht um die sogenannte Unterscheidung der Geister: ob Christen als Egoisten leben oder in Liebe, aus dem Geist.
© Katholische Bibelwerke Deutschland, Östereich, Schweiz.


Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinden in Galátien.


Schwestern und Brüder!
Wandelt im Geist,
dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen!
Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist,
der Geist gegen das Fleisch,
denn diese sind einander entgegengesetzt,
damit ihr nicht tut, was ihr wollt.
Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst,
dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar:
Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
Götzendienst, Zauberei,
Feindschaften, Streit, Eifersucht,
Jähzorn, Eigennutz,
Spaltungen, Parteiungen,
Neid,
maßloses Trinken und Essen
und Ähnliches mehr.
Ich sage euch voraus, wie ich es früher vorausgesagt habe:
Wer so etwas tut,
wird das Reich Gottes nicht erben.
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede,
Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut und Enthaltsamkeit;
gegen all das ist das Gesetz nicht.
Die zu Christus Jesus gehören,
haben das Fleisch
und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.
Wenn wir im Geist leben,
lasst uns auch im Geist wandeln!

Evangelium - Joh 20,19-23


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

Am Abend des ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren,
kam Jesus, trat in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst,
denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet,
sind sie behalten.

Der Herr hat uns den Heiligen Geist zugesagt, der uns in die volle Wahrheit einführt. So bitten wir zusammen um diesen Beistand, den Heiligen Geist:


1. Für alle, die vor schweren und wichtigen Entscheidungen stehen und Rat und Hilfe dazu brauchen:
Sende ihnen deinen Geist. Wir bitten dich, erhöre uns -


2. Für alle, die in der Kirche ein Leitungsamt innehaben, und für alle,
die sich in den Gemeinden engagieren
und dabei nach neuen Wegen in die Zukunft suchen.
Sende ihnen deinen Geist.


3. Für alle, die mutlos geworden sind und sich von der Kirche und den Gemeinden zurückgezogen haben,
aber dennoch auf neue Impulse warten.
Sende ihnen deinen Geist.


4. Für die Erstkommunionkinder und die Jugendlichen,
die zum neuen Firmkurs eingeladen sind.
Sende ihnen deinen Geist.


5. Für alle, denen die ökumenische Arbeit ein Anliegen ist,
damit sie die Vision von der Einheit der Kirchen unter uns wach halten können.
Sende ihnen deinen Geist.


6. Für alle, die das Wort Gottes verkünden.
Für alle, die das Wort Gottes leben.
Für alle, die sich am Wort Gottes orientieren.
Sende ihnen deinen Geist.


Herr, du hast unser inständiges Beten gehört. Sende aus deinen Geist über uns und alle Menschen, und das Angesicht der Erde werde neu.

Nimm unsere Verstorbenen auf und schenke ihnen Leben. Wir denken besonders an…

Für sie alle und in unseren Anliegen bitten wir, jetzt und in Ewigkeit. Amen.


Am 9. Mai 1921 wurde Sophie Scholl geboren. Als Studentin schloss sie sich der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ an und wurde 1943 von den Nazis im Alter von 21 Jahre hingerichtet.

Am 12. Mai 1921 wurde Joseph Beuys geboren. Er war Künstler, Bildhauer, Professor an der Kunstakademie. Manche seiner Werke sind anerkannt wie umstritten zugleich.

Am 21. Mai 1921 erblickte Andrei Sacharow das Licht der Welt. Er war als russischer Physiker „Vater der sowjetischen Wasserstoffbombe“. Später änderte er seine Einstellung und wurde Dissident, Kämpfer für Menschenrechte und erhielt dafür 1975 den Friedensnobelpreis.


Drei Beispiele für Menschen, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag hätten feiern können und die in ihrem Leben ihre Talente und Charismen eingesetzt haben.

Die Liste ließe sich noch fortsetzen, z.B. mit Marie-Madleine Duruflé, einer frz. Organistin, die am 8. Mai 1921 geboren wurde mit 11 Jahren den Ehrentitel einer Titularorganistin erhielt.

Oder mit der Politikerin Hildegard Hamm-Brücher (*11. Mai) oder mit dem Schriftsteller Wolfgang Borchert (*20. Mai).


Geburtstage, runde noch dazu, haben etwas Besonderes.

Einmal im Jahr hat jeder Mensch Geburtstag.


Manche feiern ihn für sich, andere feiern ihn „groß“, mit vielen Gästen, Party, sofern diese geht, offenem Haus, Gästen in Zimmer, auf Terrasse oder wo auch immer.

Es gibt Kuchen und Torte, Imbiss, Suppen und Häppchen, Buffet, Kaffee, Wasser, Bier, königlichen Wein und andere Getränke.

Einmal im Jahr hat jeder Mensch Geburtstag.


Bei Firmen und Unternehmen gibt es ein Gründungsdatum. So feiern dann auch Firmen ihren „Geburtstag“, das Jubiläum zum xten Bestehen.


Wie ist das eigentlich mit der Kirche?

Auch die Kirche feiert ihre Geburtsstunde, – so sagen viele. Nämlich heute.

Pfingsten gilt als die Geburtsstunde der Kirche. Der Blick zurück nach Jerusalem hilft zum Verstehen:
Damals, als die eingeschlossenen Jünger*innen ganz aufgeschlossen waren für das Wirken des Geistes.

Damals, als die geschlossene Gesellschaft sich öffnete für den Auftrag, entschlossen in die Welt zu gehen.

Durch diese Sendung des Heiligen Geistes, durch diese Aussendung der Jünger*innen, durch den Auftrag, hinauszugehen, sei die Kirche gleichsam geboren worden.

Damals, so sagen viele, hat die Kirche ihren Ursprung.


In der Tat – die Kirche hat sich seither ausgebreitet, hat sich vergrößert. Die Institution ist gewachsen. Aber wichtiger ist, dass der Glaube sich ausgebreitet hat. In vermutlich allen Ländern der Erde ist christlicher Glaube zu finden. In zahlreichen Ländern werden Christen heute wegen ihres Glaubens verfolgt, an der Ausübung ihres Glaubens und der Religion gehindert. Christen werden Opfer von Gewalt und Anschlägen.

So gut, wie wir es hier bei uns haben, was die Glaubensfreiheit und die Ausübung der Religion angeht, haben es nicht alle auf dieser Welt. Dafür dürfen wir zum einen dankbar sein, zum anderen solidarisch sein mit denen, die dieses Glück nicht haben.


Die Kirche ist eine weltweite Gemeinschaft – und dennoch wird sie vor Ort konkret.

Sie ist dezentral und lokal zugleich.

Diese Doppelpoligkeit ist nicht immer einfach.


Das ist das Ringen um den richtigen, den guten Weg angesagt. Ein Ringen, dass es schon immer gab und immer geben wird.

In der Apostelgeschichte ist davon oft zu lesen: Von unterschiedlichen Meinungen, von verschiedenen Einstellungen zu Sachfragen, von Streit, von Aussprache, von Versöhnung, von Trennung und Gemeinschaft.

Bei all dem Ringen heute darf es meiner Meinung nach am Ende nicht um die Kirche als Institution gehen. Denn die Kirche ist nicht für sich selbst da. Es darf und muss beim Handeln der Kirche um den Glauben gehen.

Denn die Kirche hat den Auftrag, den Glauben zu verkünden, damit die Menschen den Glauben leben und in ihrer je eigenen Art eine Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus, aufbauen können.


Die Kirche – das sind wir. Sie und ich. Wir alle. Und noch viel mehr, die heute nicht hier sind bzw. hier sein können, obwohl sie wollen. Das sind all die vielen, die tagtäglich beten und Nächstenliebe praktizieren.


Das sind die vielen, die im Stillen ihren Glauben leben. Das sind die, die Gutes sagen, Gutes tun. Das sind die vielen, die ihre Charismen leben und sie zum Wohl anderer einsetzen. Da sind die vielen, die „in ihrer Sprache“, also auf ihre Art und Weise, dem Glauben Hand und Fuß geben.

Es gilt, immer mehr, in unserer „Sprache“ den Glauben lokal zu leben, zu handeln. Es gilt, zu schauen, was wir hier tun können – und was nicht.

Es gilt sensibel zu sein, was den Menschen vor Ort gut tut, wie sie leben und wo sie Hilfe - welcher Art auch immer - benötigen.

Es gilt, den Glauben in die „Sprache“ der Menschen von heute hinein zu übersetzen.


Pfingsten ist die Geburtsstunde der Kirche, so sagen viele.

Ich war selbst nur bei einer, nämlich meiner eigenen Geburt dabei, aber daran habe ich keine Erinnerung mehr. Sonst habe ich keine Geburt bisher miterlebt.

Hin und wieder bekomme ich erzählt, wie eine Geburt war. Manche verlief ohne Komplikationen und zügig, manche war mit großen Schmerzen verbunden und von langer Dauer und Geburten können gefährlich sein.

So, wie die Kirche an Pfingsten geboren wurde, so gebiert sie selbst auch immer. Manches, was die Kirche „geboren“, hervorgebracht hat oder bringt, geht auch schnell. Anderes braucht lange, bis es endlich Hand und Fuß hat und verursacht Schmerzen.


Eine Geburt bringt Neues, neues Leben in die Welt.

Diesen Aspekt hat am vergangenen Sonntag beim Abschlussgottesdienst des Ökumenischen Kirchentages Schwester Katharina Ganz von den Oberzeller Franziskanerinnen in ihrer Predigt aufgegriffen. Sie hat u.a. gesagt:


Wir glauben, dass Gott neues Leben schenkt.
Zum guten Leben aller beizutragen, ist der Auftrag unserer Kirchen.
Sie selbst erneuern sich unabhängig von ihrem Alter. 

Dazu braucht es unsere Mithilfe:

Indem wir menschengemachte Ungerechtigkeiten beseitigen.
Einseitige männliche Herrschaft überwinden.
Berufungen und Charismen aller Getauften und Gefirmten ernst nehmen.
Überlebende von sexualisierter Gewalt in die Mitte stellen.
Die Menschenrechte in den eigenen Reihen respektieren.
Frauen den Zugang zu allen Ämtern und Diensten ermöglichen.
Ein neues Miteinander zwischen den Geschlechtern
und ökumenische Geschwisterlichkeit leben.


Durch unseren Glauben und unser Handeln gestalten wir Kirche und Welt.
So helfen wir Gottes Gerechtigkeit zum Durchbruch. Im Kleinen wie im Großen.

Mit gutem Willen, Entschlossenheit, Phantasie und Kreativität
gehen wir globale Herausforderungen an:
Damit es nicht ungerecht bleibt, wo man geboren ist.


Und weiter sagte Sr. Katharina:

Wir alle können Neues hervorbringen.
Drücken wir uns nicht vor der Verantwortung!
Wir machen einen Unterschied,
wenn wir für Menschen sorgen.
wenn wir Andere wachsen lassen und ihnen den Rücken stärken.
wenn wir Leid sehen und Ungerechtigkeiten benennen.
wenn wir uns an Vorbildern orientieren und selbst ein gutes Beispiel geben.


Liebe Gemeinde,

wir alle können Neues hervorbringen. Heute, an Pfingsten, der Geburtsstunde der Kirche. Wir dürfen und können Neuem zum Leben verhelfen, in unseren Gemeinden, in der Kirche. in unserem Leben, immer wieder. Amen.



Peter Göb

Es gilt das gesprochene Wort

Tagesgebet aus dem Messbuch


Allmächtiger, ewiger Gott,
durch das Geheimnis des heutigen Tages
heiligst du deine Kirche in allen Völkern und Nationen.
Erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes,
und was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat,
das wirke sie auch heute in den Herzen aller,
die an dich glauben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Sonntagsbibel


Großer Gott,
der Geist deines Sohnes will
unser Leben und unsere Kirche prägen.
Öffne uns für sein Wirken
und laß immer wieder Pfingsten werden unter uns.
Durch Christus, unseren Herrn.

 

Der gütige Gott hat am heutigen Tag die Jünger durch die Eingießung des Heiligen Geistes erleuchtet.
Er segne euch und schenke euch den Reichtum seiner Gaben. Amen.
Jenes Feuer, das in vielen Zungen auf die Jünger herabkam,
reinige eure Herzen und entzünde in euch die göttliche Liebe. Amen.
Der Heilige Geist, der die vielen Sprachen im Bekenntnis des Glaubens geeint hat,
festige euch in der Wahrheit und führe euch vom Glauben zum Schauen. Amen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.