Auf dieser Seite finden Sie Gedanken zum Sonntag oder eine ausformulierte Predigt sowie ein Segensgebet.
Die Predigten hier können in Form und Inhalt von den Predigten im Gottesdienst abweichen.
Am ersten Sonntag im Monat findet um 9 Uhr in Borken und am dritten Sonntag im Monat um 11 Uhr in Homberg ein Kindergottesdienst statt.
Die Lesungstexte der Sonn- und Wochentage finden Sie unter:
Entscheiden Sie eher mit dem Verstand oder mit dem Gefühl?
Wie auch immer:
manche Entscheidungen im Leben wollen gut überlegt sein.
Das gilt bei einem Berufswechsel, bei der Anschaffung eines neues Autos/ bzw. von Möbeln. Beim Umzug, bei der Frage, ob man die Schule verlassen oder wechseln sollte, usw.
Auf jeden Fall sollte man eine Nacht über wichtige Dinge schlafen. Das gilt auch bei manchem Brief, mancher Mail usw. Da ist es sinnvoll, eine Nacht drüber zu schlafen.
Sonst schreibt man in Frust und Zorn eine Mail und kann den Schaden dann nur schwer wieder einfangen.
Auch Josef bekommt die Gelegenheit, eine Nacht über die Neuigkeiten, die er erfährt, über die neue Situation, vor der er steht, zu schlafen.
Josef bekommt eine Botschaft.
Seine Verlobte Maria ist schwanger.
Wie soll er mit der unerwarteten Situation umgehen?
Er hat das Recht, sich von Maria zu trennen.
Juristisch gesehen kann er sie wegen Ehebruchs anklagen. Die Todesstrafe für Maria wäre die Folge.
Maria aber liegt Josef am Herzen.
Er will sie nicht bloßstellen, nicht an den Pranger stellen, nicht dem Recht überlassen und möglicherweise der Todesstrafe ausliefern.
Darum will er sich von ihr trennen. Heimlich.
Nicht aus Feigheit, sondern aus Liebe.
Damit verstößt er gegen das Gesetz, aber mit diesem Schritt würde er das Leben Marias retten, und das Leben des Kindes auch.
Die Liebe steht also für Josef höher als das Gesetzt und das wird ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
Josef schläft eine Nacht über seine Entscheidung.
Und nun der Traum.
Im Traum erscheint ihm ein Engel, der ihm die Situation erklärt und Mut macht, sich nicht zu trennen, sondern vielmehr das Kind und Maria zu sich zu nehmen, d.h. zu ihr, zu ihnen, zu stehen.
Was tut Josef? Er hört auf den Traum.
Josef beschreitet den Rechtsweg also nicht.
Er klagt sie nicht an. Er trennt sich auch nicht heimlich.
Josef steht zu Maria und nimmt das Kind an.
Und durch den Akt der Namensgebung macht er ihn zu seinem legitimen Sohn und garantiert die davidische Abstammung.
Eine heikle Geschichte, eine verzwickte Situation.
Eine Geschichte, in der Gott ein Zeichen gibt.
An Josef wird sichtbar, was der Name des Kindes ausdrückt, das er annimmt: Immanuel. Gott mit uns.
Es ist nicht nur ein Name, es ist ein Programm:
Gott mit uns. Das Programm Gottes mit uns und für uns.
Josef erlebt dies und vielleicht haben Sie das in ihrem Leben auch schon erfahren: Gott mit uns. Gott mit mir.
Er hat mich geführt, begleitet und gestärkt in mancher herausfordernden Situation.
Gott mit uns.
Sie haben am Eingang zwei Zettel bekommen:
Auf dem einen: Weihnachtsgeschichte, auf dem anderen die Fragen:
Immanuel – Gott mit uns
Das ist der Name, den der Prophet für den Erlöser ankündigt.
Gott mit uns.
Sie sind heute Teil der Predigt:
In welcher Situation habe ich erlebt, dass Gott mit mir war?
Wo habe ich Gott als besonders nahe gespürt?
Wann habe ich Gott besonders gespürt?
In welcher Situation und bei welcher Frage wünsche ich mir, dass ich eine größere Gottesnähe habe?
Trauen Sie sich, anderen Menschen von Ihrer Erfahrung mit Gott zu erzählen?
- Hier wurde die Gemeinde befragt und einige haben geantwortet -
In scheinbar ausweglosen Situationen, wie sie Josef und Maria erlebt haben, dürfen wir darauf vertrauen, dass der Herr mit uns ist.
Als Menschen haben wir eine Vielzahl von Möglichkeiten und Hilfen, Entscheidungen abzuwägen und zu treffen.
Wir tun gut daran, bei all unseren inneren Konflikten auch die Dimension des Glaubens nicht außer Acht zu lassen.
Was auch immer geschieht, wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott mit uns ist und dass er uns retten wird.
Die biblischen Erzählungen von Josef und Maria möchten uns für die Dimension des Glaubens in unserem Leben öffnen. Dafür, dass wir nachdenken und erspüren, wo Gott mit uns war und ist.
Peter Göb
Es gilt das gesprochene Wort
Der Herr segne euch im Advent;
er schenke eurer Seele Ruhe,
um sich auf ihn auszurichten.
Er lasse den Tau des Himmels auf euch herabkommen,
damit sich euer müder Glaube erfrische.
Er schenke euch die Geduld für sein Kommen,
auf dass ihr sehen werdet, wer er ist:
Immanuel – Gott mit uns.
So segne und behüte euch der dreieinige Gott
+ Vater, Sohn und Heiliger Geist
Amen.
© Christus Epheta, Homberg (Efze) - Christkönig, Borken (Hessen)